Jakob Brem`s Minutengedicht

Für Igel, die von keinem Autoreifen plattgequätscht
und noch viel zu wenig haben von dem Winterspeck
hat ich ein Igelfreilandüberwinterungsschlafnest wachsen lassen.
Wellbleche, Abfallplastikrohre, Baumstrünke, einen hohlen Baumstamm
überwachsen lassen mit dornigen Brombeerranken
und wildem Unkrautgesträuch
zum Aergenis von ordentlichen Schweizern
in meinem Land am Wanderweg.
Als bald ein grünes Blätterdach und dunkelblaue Beeren
den Schandfleck verlockend überdeckten
kamen des Weges auch die Braven Schweizer wieder
Mit Büchsen, Plastiksäcken und allerlei Geschirr
zum Beerenklauen,
denn dazu sind sie nicht zu bieder.
Nun auch die Igel freuen sich am trockenen Winterlager
gern gesellen sich zu ihnen braun und schwarzgepelzte Nager.
Ist dann der Frühling da
und Grünzeug sich duch Stacheln zwängt
sind munzig kleine Vögelchen verliebt am Nestchenbauen
und kein Eierräuber, kein Kätzchen kann die Freude rauben.

Kontakt zu Jakob Brem:
brem@belletristik.ch und http://www.belletristik.ch


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Foto: Udo Klingenburg

Herbstwind e.V. wilderte im Frühjahr 2000 die überwinterten Igel auf dem Gelände der renaturierten, ehemaligen Kohlenhalde in Oer-Erkenschwick, Stadtteil Speckhorn, wieder aus.

Herbstwind e.V. bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit der
DSK AG