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Jakob Brems Igelmärchen
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- Zwei Igel trippelten durch buntes Laub, standen bald an
einem Strassenrand.
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He, Achttausendfünfhundertsechundvierzigpünktchen,
kichert Zehntausendneunhundertsieben-undachtzigpünktchen,
hast du`s auch in deinem Näschen?
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Was, Zehntausendneuhundertsiebenundachtzigpünktchen?
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Frag nicht so blöd; Tomatenduft:
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Tomatenduft? Jetzt wo du`s näselst, schleicht`s auch
um meineStacheln herum., aber viel leckerer wären die zwei
Weinbergschnecken, die schnurgerade auf die andere Strassenseite
zu schleichen.
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Wau, wenn das nicht Himmel auf Erde bedeutet, so kurz vor
dem Winterschlaf. Los, worauf warten wir noch?
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Stopp, du Blödschatz, hast du ein Blechhaufenhirn?
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Sag das nicht noch einmal, wenn du im nächsten
Frühling wieder mein Schatz werden willst.
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Eben darum sag ich`s. Merkst du nicht, wie deine
Stachelspitzen vibrieren? - nicht einrollen! -, zurück mit
dir!
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Hu, das war knapp Schatz. Hör mal, wie mein Herz
pocht.
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Denkst du, ich habe jetzt Lust, einem kugelrunden
Mückenhirnblödling meine zarten Öhrchen an die
Stacheln zu legen? Ich übernehme jetzt die Verantwortung
für uns zwei und du gehorchst. Ist das klar, Mann?
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- Wenn es die Mutter meiner Kinder sagt, klar.
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Also, wir beide straffen unsere Stacheln. Kannst du irgend
ein Vibrieren spüren?
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Nein, kein einziges Vibrierchen.
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Gut, dann spann ich meine Beinchen. Wenn du immer noch
kein Vibrierchen spürst, lege ich los. Auf dem
Mittelstreifen stopp ich dann. Vibriert bei dir dann immer noch
keine einzige Stachel, wirf mir einen Schrei nach, genau so, wie
du es beim Kindermachen getan hast. Aber nur einen einzigen
Schrei.
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- Kommt ein plötzliches Vibrieren in deine blöden,
ich meine, in deine Stacheln, dann schrei los, als wolltest du
tausend Kinderlein machen.
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Aber Schatz, ich bin jetzt doch viel zu dick für das
Kinderleinmachen. Wir müssen zuerst schlafen.
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Du sollt keine Kinderlein machen, nur schreien sollst du,
so oft und so stark wie beim Kinderleinmachen. Hast du jetzt
kein Vibrieren in den Stacheln?
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Nein, nichts von Vibrieren, doch nicht im Herbst!
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Also, ich zisch los.
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Die Frauchen heutzutage! Jetzt sollten wir arme Männchen
auch noch im Herbst Kinderchen machen. Wenn das nur gut geht mit
meinem lieben Schatz. Die hat einen drauf. Sie ist schon bald
beim Mittelstreifen. Was muss ich tun, wenn sie beim
Mittelstreifen angelangt ist?
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- Aha, die Stacheln spitzen. Es vibriert nichts, Schatz, du
kannst weiter trippeln.
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Blödmann, einmal schreien habe ich gesagt.
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Ich kann nicht schreien, Schatz, geh weiter. Ich kann nur
schreien wenn es Frühling ist.
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Dann ist es eben Frühling, aber schrei endlich und
lauf dann hinter mir nach wie im Frühling.
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Ja, Schatz, ich schreie Frühling und lauf hinter dir
her.
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- Er kommt, der Blödmann, wau, so schnell. Ich
tripple weiter zum Garten. - Nein, ein Blechhaufen zischt heran.
Schatz, zurück, zurück! Nein, jetzt schreit er wie im
Frühling. Wenn das nur gut...vorbei. Der Blechhaufen
Schatz, lebst du noch,.... Schaatz!
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Hab ich gut geschrieen?
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Da bist du ja, Igelgeist sei dank!
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Kontakt zu Jakob Brem: brem@belletristik.ch
und http://www.belletristik.ch
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